Wir glauben zu wissen, was wir sehen. Doch sehen wir alle gleich? Ist für alle dasselbe sichtbar? Welcher Blick wurde uns anerzogen? Und was bleibt uns verborgen?


Im Netz des Sichtbaren ist eine Ausstellung, in der das eigene Sehen hinterfragt wird. Menschen sind stets in ein Netz aus sichtbaren und nicht sichtbaren Dingen verwoben. Die interaktive Ausstellung untersucht daher Strategien, Technologien und Medien der Sichtbarkeit und des Sichtbarmachens.


In vier Themeninseln – „Wahrnehmen und urteilen“, „Sehen lernen und lehren“, „Zeigen“ und „Andere (an)sehen“ – werden Exponate präsentiert, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Objekte aus den Sammlungen der Universität Würzburg erzählen Blick-Geschichten der Ästhetik, der Erziehung und der Ethik des Sehens: Dermatologische Wachsmoulagen treffen auf Zeichnungen des Künstlers und Archäologen Martin von Wagner, psychologische Experimente begegnen anatomischen Studien, detailreiche Schulwandbilder fangen Blicke anders als das Sehen mit einer VR-Brille. So wird das Sehen als ästhetisches Erleben, als erzieherisches Programm und als ethische Frage sowohl thematisch vorgestellt als auch sinnlich erfahrbar.

Die offene Gestaltung der Ausstellung überlässt es ganz Ihnen, verschiedene Blickwinkel einzunehmen, die Querverbindungen zwischen den Themeninseln zu verfolgen und ganz genau hinzuschauen. Lassen Sie sich anregen, über das eigene Sehen und die eigene Blick-Biografie nachzudenken! Stellen Sie beispielsweise Ihr Schönheitsideal auf die Probe oder sehen Sie die Welt einmal verkehrt herum. Schauen Sie Martin von Wagner beim Zeichnen antiker Mythen über die Schulter, verfolgen Sie, wie in der Medizin Dinge sichtbar gemacht werden oder tauchen Sie ganz in historische Schulwandbilder ein. Freuen Sie sich auch auf eine ganz besondere Blick-Begegnung mit einer anderen Person oder erkunden Sie, wie Sammlungsarbeit hinter den Kulissen funktioniert.


Die Universität Würzburg beherbergt rund 30 Sammlungen, die für die Lehre oder Forschung angelegt worden sind. Heute sind viele davon für die Öffentlichkeit kaum sichtbar. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „INSIGHT. Signaturen des Blicks – Facetten des Sehens“ (2017–2020) widmete sich unter einer gemeinsamen Fragestellung intensiv vier Sammlungen: Das Adolf-Würth-Zentrums für Geschichte der Psychologie, die Forschungsstelle Historische Bildmedien, den Medizinhistorischen Sammlungen, die Moulagensammlung der Universitäts-Hautklinik und das Martin von Wagner Museum. Dank der Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung konnten in den vergangenen drei Jahren Sammlungsobjekte gesichert, erschlossen, digitalisiert und restauriert werden. Die Ergebnisse sind nun in dieser gemeinsamen Ausstellung zu sehen, die von den wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen des INSIGHT-Projekts zusammen mit einer Gestalterin kuratiert wurden.


Die Ausstellung ist nach der Schließung aufgrund der Corona-Pandemie seit 12. Mai wieder geöffnet und noch bis 21. Juni zu sehen. Aus Hygienegründen sind alle Hands-On-Stationen nicht benutzbar. Auch entfallen alle geplanten Veranstaltungen und Führungen. Viele Einblicke finden Sie jedoch auf Instagram (@wue_macht_sichtbar) und der offiziellen Projektseite.


Hier geht es zur offiziellen Projektseite mit weiteren Informationen, digitalen Angeboten und einem virtuellen Ausstellungsrundgang: www.wue-macht-sichtbar.de


Di bis Sa von 10 bis 13.30 Uhr
sonntags 14-täglich 10 bis 13.30 Uhr (07.06., 21.06.)
Eintritt frei

Kuratorenführung
Zum Abschluss der Ausstel-lung in der Gemäldegalerie gibt es am Sonntag, den 21. Juni, um 12 Uhr eine  
Kuratorenführung
mit begrenzter Teilnehmerzahl.
Melden Sie sich daher  
bei Interesse an unter: insight@uni-wuerzburg.de
Es gelten Maskenpflicht und Abstandsregeln. Kommen Sie auch davor und danach gerne mit den anwesenden Kurator*innen ins Gespräch!

© 2015 - 2020 Martin von Wagner Museum

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