Armin Reumann. Bilder vom Krieg, 1914-1918

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16.11.2014 bis 15.3.2015

Gemäldegalerie

In den Jahren unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg war der aus Thüringen stammende Armin Reumann (1889–1952) ein aufgehender Stern der jungen Münchener Kunst. Anfang 1915 eingezogen, verbrachte er dreieinhalb Jahre an wechselnden Fronten, zunächst an der Ostfront (Russland, Polen, Serbien, Mazedonien), von Mitte 1916 bis Ende 1918 dann an der französischen Westfront. Für sich selbst schuf Reumann an diesen Orten Hunderte von Werken, die zum allergrößten Teil noch nie öffentlich zu sehen waren und nun zum Gegenstand einer umfangreichen Ausstellung wurden. In seinen Gemälden und Ölskizzen, Aquarellen, Gouachen und Zeichnungen wird der Erste Weltkrieg so umfassend geschildert wie kaum irgendwo sonst; rund 250 Werke werden in der Ausstellung gezeigt. Neben das Schlachtgeschehen treten Aspekte wie Verwundung, Tod und Trauer, Flucht und Gefangenschaft, Nachschub und Transport, das Verhältnis von Soldaten und Frauen, die Sehnsucht nach Frieden, auch das malerische Interesse am Fremden – und immer wieder das zermürbende Warten im Quartier.

Zugleich tritt eine künstlerische Qualität hervor, die das Dokumentarische mit einem unverkennbar modernen Willen zur Gestaltung verbindet. In den Gemälden der Jahre 1912–14, von denen eine Auswahl den Anfang der Ausstellung bildet, liefert der Impressionismus die formale Mittel, um dem mondänen Großstadtleben zu begegnen. In seinen Kriegsbildern hingegen läßt sich Reumanns Stil nicht mehr so einfach bestimmten Stilkategorien zuordnen. In ihnen manifestiert sich eine Ausdrucksvielfalt, die von nüchterner Dokumentation (für den Kriegsalltag oder topographische Schilderungen) über hochexpressive Dynamik (für das Schlachtgeschehen und andere dramatische Ereignisse) bis hin zu  einem humoristischen Idiom reicht, das karikaturhafte Züge trägt.

Die Würzburger Ausstellung ist ein überregional bedeutender Beitrag zur Erinnerung an den Ausbruch des Kriegs vor über einhundert Jahren. Im Unterschied zu anderen, panoramisch angelegten Ausstellungen aus demselben Anlass stand hier das monographisch Konzentrierende – und damit die individuelle künstlerische Bewältigung des Kriegsgeschehens – im Vordergrund.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen (Deutscher Kunstverlag, 272 Seiten mit 349 farbigen Abbildungen, hrsg. von Damian Dombrowski, € 29,90).