MUS-IC-ON! Klang der Antike

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10.12.2019 bis 4.10.2020

Antikensammlung

Mus-Ic-On! Das steht für Musik (musikón = griechisch für musisch, musikalisch, gebildet), für die Bilderwelten rund um die Musik und bedeutet zugleich: "Lasst das Fest beginnen!“

Eine Ausstellung für Groß und Klein, für die ganze Familie, weil es nicht nur viel zu sehen, sondern auch viel zu hören und anzufassen gab. Im sogenannten Exploratorium wurde eine Vielzahl an 'natürlichen' Instrumenten aus den Anfängen kultureller Menschheitsgeschichte zum Ausprobieren bereitgestellt. Musikeinspielungen über Lautsprecher, Hörstationen und Audioguides vermittelten zudem einen lebhaften Eindruck davon, wie Musik in der Antike geklungen haben könnte. Selbstverständlich verfügen wir über keine Tonbänder aus der Zeit vor über 2000 Jahren, und die wenigen antiken Musikstücke, von denen sich Noten erhalten haben, bedürfen der Interpretation. Darum führt der wissenschaftliche Weg zur einstigen Akustik über Vergleiche mit den noch lebendigen Traditionen alter Kulturen vor allem in Asien und Afrika, aber auch in einigen Regionen Europas.

Zumeist aus Gräbern stammen originale Musikinstrumente, die aber nur in Einzelstücken aus widerstandsfähigen Materialien überliefert sind. Im Übrigen sind wir auf die "Experimentelle Archäologie" und ihre Nachbauten angewiesen. An die 100 solcher Nachbauten waren in der Ausstellung zu sehen, manche durften sogar von den Besucher*innen berührt und gespielt werden. Eine Reihe von Nachbauten sind eigens für die Ausstellung angefertigt worden und feierten somit Premiere: Da war etwa die erste Kithara, griechische Vorläuferin unserer heutigen Gitarre, deren Klangkörper aus Tierhaut statt wie bislang aus Holz gefertigt ist. Ferner war da eine riesige altorientalische Leier, die lustige Basstöne gleich einem Schnarren von sich gab.  Bildern zufolge wurde sie einst von zwei erwachsenen Männern gleichzeitig gespielt. Außerdem ließ sich am transparenten Nachbau einer römischen Wasserorgel (Hydraulis) nachvollziehen, wie die Töne in den benachbarten Pfeifen der Holzbauvariante erzeugt wurden. Und auch das ägyptische Sistrum rasselte je nach Bauweise unterschiedlich laut, mysteriös und unheimlich.

Aber die Ausstellung erlaubte nicht nur, antiken Klängen zu lauschen. Ebenso erfuhr man alles über die Hintergründe, wie sich die Forschung diese verloren geglaubte Dimension der Vergangenheit nach und nach immer mehr zurückerobert hat, wie alte Notationen und Kompositionen aussehen, wie die Instrumente hergestellt worden sind und wie sie sich in der Neuzeit weiterentwickelt haben. Eine große Sektion befasste sich mit den antiken Kontexten der Musik, die wie heute alle Bereiche des Lebens durchzogen hat: religiöse Zeremonien, ausgelassene Feste, musikalische Wettkämpfe oder Situationen, die akustischer Zeichen bedürfen, etwa in der Schlacht oder bei den Gladiatorenspielen. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die soziale Stellung der Musizierenden und ihre Lebensumstände gerichtet, die je nach Kultur und Funktion sehr unterschiedlich ausfallen konnten. Vieles erfahren wir dabei nicht nur aus Schriftzeugnissen, sondern auch aus der Flut an antiken Bildern, in denen Musik stets einen hervorgehobenen Stellenwert genossen hat.

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