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Martin von Wagner Museum
der Universität Würzburg

Angst und Magie in der Antike

Welche Situationen bereiten uns besonders viel Angst? Und was kann man dagegen tun? Krankheit, Gefahr bei der Geburt, Streit mit den Nachbarn, Angst um das eigene Zuhause – Sorgen wie diese begleiten Menschen seit jeher. Heute bieten Krankenhäuser und Psychologen, Ratgeber in Form von Büchern, Zeitschriften und Podcasts sowie Versicherungen Lösungen und mehr Sicherheit für potenzielle Krisen und Gefahren. Viele Menschen behelfen sich zudem auch heute noch mit Gebeten oder Ritualen, Glücksbringern und Amuletten.


Schon in der Antike entwickelten die Kulturen Ägyptens, Mesopotamiens und der griechisch-römischen Welt vielfältige Rituale, Sprüche und Schutzmittel, um sich gegen Krankheit, Unglück und Bedrohung zu wappnen. Die Ausstellung möchte diese Mittel, die uns in Form von Texten und Gegenständen erhalten sind, anhand von repräsentativen Beispielen vorstellen. Dabei dienen typische Situationen der Gefährdung, die heute wie damals menschliches Leben prägen, als Leitthemen, also u.a. Schwangerschaft, Geburt und das Säuglingsalter; physische und psychische Erkrankungen, Erfahrung von Unglück und Misserfolg; Schutz des eigenen Lebensraums (v.a. Haus und Tempel); zwischenmenschliche Konkurrenz und Konflikte; und schließlich der Tod und die Frage, was danach kommen mag.


Götter und Dämonen als Feinde und Helfer


Sowohl die Bedrohung selbst als auch die erhoffte Hilfe in der Not wurde in der Antike häufig der Welt der Götter und übermächtiger Zwischenwesen oder „Dämonen“ zugeschrieben. Zahlreiche Darstellungen und Schriftstücke, die im Zusammenhang mit magischen und rituellen Praktiken stehen, zeichnen ein lebendiges Bild dieser Mächte. Eine kulturübergreifende Gemeinsamkeit ist dabei die Verwendung von Abbildungen grässlicher, aber gebändigter Wesen, und besonders ihrer fratzenhafter Gesichter, als apotropäische, d.h. Unheil abwendende, Figuren. Sie wurden an Gebäuden und Räumen angebracht und fanden sich insbesondere an den besonders gefährdeten Eingängen (an Toren, Türen und Fenstern). Diese Figuren werden in der Ausstellung vorgestellt in der Form des Bes (Ägypten), des Pazuzu (Mesopotamien), und der Medusa oder Gorgo (griechisch-römische Welt) jeweils mit ihrer Ikonographie und Verwendung und mit den mit ihnen verbundenen Erzählungen. Neben diesen ‚Protagonisten‘ werden noch verschiedene weitere in diesem Zusammenhang wichtige Götter und Dämonen als ‚Nebendarsteller‘ gezeigt.


Die Ausstellung führt Sie durch die drei Kulturräume – von Westeuropa bis nach Ägypten und zum Persischen Golf – und zeigt den Umgang der Menschen mit Sorgen, Krankheit und Tod mit magischen Mitteln, von einem ägyptischen Geburtsbett über Nägel, die den Gegner fixieren, und Amulette, die Krankheiten abwehren, aber auch solchen, die den Verstorbenen im Totenreich beschützen, bis zu einem mesopotamischen Genesungszimmer für ein aufwändiges Heilungsritual.

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